Wir wollen, dass die Kinder und die Jugendlichen in unserer Wohngruppe ihre kommunikative Kompetenz weiterentwickeln. Durch die Ausbildung unserer Mitarbeiter zu SP-Pädagogen
streben wir eine Erweiterung unseres Spektrums an. SP ist ein Kommunikationstraining mit Mitteln der nonverbalen Kommunikation. Geübt und trainiert wird mit Kindern und Jugendlichen, die erhebliche Defizite in der Selbstkontrolle aufweisen. Gefühle, wie Angst und Freude, dienen der Selbstkontrolle. Kinder, die es gelernt haben, diese Warnsignale vor dem Handeln zu
erhalten, zu deuten und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, können ihr Verhalten besser kontrollieren und steuern.
Es geht also um Eingenwahrnehmung und Selbsteinschätzung. Wir nennen es Kalibrierung
und Neukalibrierung der Gefühlswelten des Einzelnen. SP (sinnesspezifische Pädagogik)
wurde in Jugendhilfeeinrichtungen entwickelt und wird seit mehreren Jahren erfolgreich in
der Jugendhilfe angewendet.
Die Übungen werden vom SP-Pädagogen im „Erlebnisraum“ durchgeführt. Dort werden durch Schall und Stille, Licht und Dunkel, Wärme und Kälte, geschmackliche Schärfe und Süße
verschiedene Lebensräume simuliert. Das Training dauert pro Sitzung etwa 20-30 Minuten.
Durch „Trennen“ der Wahrnehmungen wie Sehen, Hören, Riechen, Schmecken und Fühlen erzeugt der SP-Pädagoge bei den Kindern und Jugendlichen eine neue Bewusstwerdung ihrer Umwelt. Dies erzeugt wiederum andere Gefühlswelten, welche durch den SP-Pädagogen in eine neue Hierachie eingebunden werden. Das Ziel des pädagogischen Trainings wird erfahrungsgemäß nach einem Zeitraum von 3-6 Monaten, bei wöchentlich ein bis zwei Übungen, erreicht.